| Valentinian III (419-455) | Link zur Wikipedia |
Flavius Placid(i)us Valentinianus verkörperte im späten Weströmischen Reich das schmerzhafte Übergangszeitalter zwischen klassischer Antike und barbarischem Mittelalter. Geboren 419 in Ravenna, bestieg er nach dem Tod seines Vaters den Thron als sechsjähriger Knabe unter der Regentschaft seiner Mutter Galla Placidia. Sein Leben lang war Kaiser Valentinian III. ein Symbol für die Schwäche der zentralen Macht und das Überleben des Staates durch taktische Genialität angedeuterter Militärführer, vor allem Flavius Aëtius.
Zu Zeiten Valentinians waren die Münzanstalten in Rom und Ravenna eng mit der politischen Stabilität verbunden. Während seiner Minderjährigkeit erschienen Porträts oft unter Aufsicht, später aber trug er selbst den Titel Augustus auf Silberdenaren und Goldsolidi. Die Prägung reflektierte sowohl seine Ehefrau Licinia Eudoxia als auch die Verbindung zum Oströmischen Reich.
Numerische Daten wie die Regierungszeit bis 455 helfen Sammlern bei der Einordnung, da Münzen aus dem späten Westen oft mit späteren Herrschern kollidieren. Die letzte Prägephase markiert das Ende römischer Souveränität vor den Vandalenkriegen in Afrika.
Für Numismatiker von Belang sind Münzen dieser Ära aufgrund ihrer historischen Einzigartigkeit. Sie dokumentieren die letzten Tage der klassischen römischen Ordnung auf Metall.
Sammler schätzen diese Stücke besonders wegen ihrer Fähigkeit, die Endzeit des Reiches auf einem kleinen Metallstück zu erzählen. Das Verständnis dieser Zeit erlaubt es dem Historiker auch ohne Textquellen den Verlauf der Machtkämpfe nachzuvollziehen.