| Justinian II (669- 711) | Link zur Wikipedia |
Für die numismatische Forschung ist Justinian eine Schlüsselfigur im Übergangsbereich zwischen spätantiker Tradition und frühmittelalterlicher byzantinischer Kunst.
Kaiser Justinian II. stieg bereits als junger Mann von etwa sechzehn Jahren auf den Thron seiner Vorfahren aus der Herakleischen Dynastie. Seine Regierungszeit war geprägt durch extreme Instabilität und harte Entscheidungen in Krieg und Politik. Nach ersten militärischen Erfolgen gegen Araber und Slawen wurde er 695 nach einem Bürgerkrieg gestürzt, verstümmelt – im Volksmund „Rhinotmetos“ genannt – und an die Südküste des Schwarzen Meeres verbannt.
Sogar während seiner Verbannung gelang es ihm, über das Schwarzmeer zu fliehen. Die Rückkehr erfolgte 705 mit Unterstützung der Bulgaren. Seine zweite Herrschaft endete tragisch im Jahr 711 in einem blutigen Umsturz unter den Mauern von Damatrys.
Die Münzen, auf denen Justinian dargestellt ist, stammen überwiegend aus der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel sowie einigen Provinzmünze. Während seiner Regierungszeiten wurden Goldsolidi (Soli) geprägt, welche den höchsten Wertausweis des Reiches waren. Diese Schätze tragen das typische Kaiserporträt frontal gewendet im charakteristischen Kunststil dieser Epoche.
Sowohl zu Lebzeiten als auch nach seinem Sturz vorübergehend in anderen Machtzonen wurden diese Münzen mit dem Namen und Bildnis Justinians hergestellt, was für Sammler historisch wertvolle Aussagen über die Kontinuität der Reichsmacht trotz innenpolitischer Krisen bietet.
Für Numismatiker dieser Epoche bieten diese Stücke ein besonderes Interesse. Sie verbinden den Abschluss einer Ära antiken byzantinischen Schatzes mit dem Beginn der frühmittelalterlichen Stilentwicklung.
Diese Münzen zeigen eine Porträtkunst, die weniger idealisiert ist als jene ihrer Vorgänger aus antiker Zeit. Der Übergang zum realistischen Stil findet hier in der byzantinischen Prägung statt.
Jede geprägte Goldmünze dokumentiert die politische Existenz des Staates zur Zeit Justinians II. und zeigt seine Popularität trotz innenpolitischer Probleme auf Silber oder Kupfer geprägt worden sein.
Besonders goldene Münzen aus dem ausgehenden 7. Jahrhundert sind im Vergleich zu römischen Goldschätzen selten und begehrte Objekte für spezielle Sammlerbestände.