| Karl Albert (Sardinien-Piemont) (1798 - 1849) | Link zur Wikipedia |
In der Schatzkammer des italienischen Risorgimento steht Karl Albert als eine Übergangsperson zwischen absolutistischer Herrschaftsaufrechterhaltung und dem späteren Königreich Italien. Von seinem Tod im Jahr 1849 ist er zwar in Europa weit fortan verschwunden, doch seine Prägungen bleiben bis heute ein zentraler Bestandteil der Sammlungschronologie des italienischen Vorkriegszeitalters.
Karl Albert war Erbe eines komplexen Machtverhältnisses. Nach dem Tod seines Großcousins König Karl Felix übernahm er 1831 die Regentschaft über das Fürstentum Savoyen, das Herzogtum Genua sowie den Kanton Nizza und den Aostatalraum. Seine Regierungszeit war geprägt von einem wankelmutigen Hin-und-Her zwischen liberalem Reformwillen auf der einen Seite und konservativer Bündnispolitik mit Österreich auf der anderen.
Besonders die Jahre vor 1848 markieren jedoch seinen Höhepunkt. Inspiriert durch liberale Umtriebe in Europa beschloss er schließlich, dem Krieg gegen Österreich den Rücken zu kehren oder sie wenigstens als Verbündeten einzusetzen. Der endgültige Rückgriff auf konservative Prinzipien führte dann aber zur Abdikation zugunsten seines Sohnes Viktor Emanuel II., da der Sieg über die österreichische Armee nicht gelang.
Für den numismatischen Betrachter ist Karl Albert weniger als Porträtmotiv auf Gold geprägt, sondern vielmehr repräsentiert er das politische Fundament seiner Dynastie. Während seiner Regentschaft wurden vor allem Silbermünzen (Ducaten) und kleinere Denominationen in Turin geprägte. Das Bildnis des Monarchen oder sein Wappen dient dabei als symbolisches Siegel der neuen Verfassung von 1849, die ihn zur konstitutionellen Herrschaft schrittweise umgestaltete.
Münzen aus dieser Epoche gelten nicht nur aufgrund ihrer Seltenheit als wertvoll, sondern bilden für Spezialisten ein hervorragendes Studienobjekt der politischen Wende des 19. Jahrhunderts in Italien und Savoyen, die direkt zur Gründung Italiens im Jahr 1860 führte.