| Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938) | Link zur Wikipedia |
In der Halle des modernen Nationalstaates thront eine Gestalt, die über den einfachen Herrschaftsanspruch hinausreicht. Mustafa Kemal Atatürk war nicht nur ein Militärstrateg, der Gallipoli verteidigte und im Abwehrkampf gegen fremde Invasionen siegreich blieb, sondern vor allem ein Architekt einer völlig neuen Gesellschaft. Aus Selânik geboren und später durch die Verleihung des Namens „Vater der Türken" geehrt, prägt er das kollektive Gedächtnis der modernen Türkei bis heute.
Für die Numismatik dieses Landes markiert Atatürk einen epochalen Wendepunkt. Im Osmanischen Reich trugen die Geldstücke traditionell islamische Symbole oder die Darstellung von Kalifen, Sultane und Propheten ab. Nach dem Zerfall des Imperiums nach dem Ersten Weltkrieg wandelte sich diese Symbolik grundlegend.
Kurz vor seinem Tode, während der Jahre 1935 bis 1937 als „Kamâl Atatürk", änderte er sein Name offiziell in Mustafa Kemal Atatürk. Dies war die Voraussetzung dafür, dass sein Porträt und seine Signatur auf Wertscheinen und Goldmünzen geprägt wurden.
Die ersten Münzprägungen mit seinem Bild entstanden daher in den letzten Lebensjahren, wurden aber hauptsächlich nach dem Tod des Staatsmannes zu begehrten Sammlerstücken. Während der republikanischen Ära wurde sein Porträt auf Silber-, Gold- und später Lira-Münzen verwendet. Es handelt sich hierbei um das einzige zeitgenössische politische Bildnis in Europa, das dauerhaft eine eigene Währungsserie trug.
Münzsammler finden an diesen Objekten mehr als nur Metalle. Die frühen Goldmünzen gelten als Begehrte Fundstücke, die das Ende einer Ära und den Beginn eines neuen Staates symbolisieren.
Für jeden Liebhaber der numismatischen Kunst lohnt es, nach diesen seltenen Exemplaren zu suchen. Sie stehen nicht nur für historischen Reichtum an Gold oder Silber, sondern repräsentieren das Andenken einer Persönlichkeit, die den Lauf eines ganzen Kontinents in seinen Anfängen beeinflusst hat.