| Hedwig von Anjou | Link zur Wikipedia |
Königin Hedwig, auch bekannt als die Heilige Hedwig, stieg zu Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts in Europa auf einen einzigartigen Thronhistorischen Kontext ein: Sie war das erste weibliche Staatsoberhaupt im Königreich Polen. Geboren 1373 oder 1374 im ungarisch-polnischen Herrschaftsbereich der Anjou, wurde sie zur Regentschaft berufen, als ihr älterer Bruder und Vater Ludwig I. keinen legitimen männlichen Erben hinterließen. Die polnische Adelsversammlung erkannte ihre Rechte gemäß dem Kaschauer Privileg von 1374 an, wo die Barone versprachen, einer seiner Töchter folgen zu lassen, solange sie sich bereit erklärte, einen Königsmann zum Gemahl zu nehmen und eine Allianz mit Litauen einzuführen. Dieser Schritt war entscheidend für die Zukunft Ostmitteleuropas.
Historisch betrachtet ist Hedwig bedeutsam wegen ihrer Rolle als Brücke zwischen Polen und dem Großfürstentum Litauen. Durch ihre Heirat 1386 mit Jogaila, der sich zum Christentum bekehrte, fand die sogenannte Union von Krewo statt, die zwei Staaten in Personalunion vereinte und das Land gegen den Deutschen Orden stärkte. Ihre kurze Herrschaft endete tragisch im Wochenbett am Todestag ihrer Tochter Elizabeth Bonifacia 1399, was sie für das Volk als fromme und fruchtbare Mutter prägte.
Nach Hedwigs Thronbesteigung trugen die Münzprägungen ihres Staates den offiziellen Titel "Königin" oder auch "Rex", was in Polen eine Ausnahme war, da Frauen dort offiziell nicht als Könige galten. Die polnische Numismatik dokumentiert diese Epoche oft durch Silbermünzen aus der Zeit des Großfürsten Jogaila und Hedwig, die auf dem Polench-System basieren (Groschen oder Heller). Es ist selten, dass sie während ihrer Lebenszeit abgebildet wurde; vielmehr erscheinen ihre Bilder erst auf nachfolgenden Medaillen, als Heilige dargestellt. Die Münzstätten Prag, Kremnitz und Krakau waren aktive Partner im Handel des Großfürstentums.
Für jeden numismatischen Kenner ist die Hedwig-Figur ein faszinierender Blick in eine Zeit des kulturellen Wandels. Die Suche nach solchen Prägungen ermöglicht es, das Aufblühen der polnisch-litauischen Union und den Wandel von Heidentum zu Christentum im Spiegelbild königlicher Herrschaft sichtbar werden zu lassen.