| Friedrich August I. (Sachsen) | Link zur Wikipedia |
Mit Friedrich August von Sachsen treten wir an einen Mann heran, der als Schachfigur zwischen den europäischen Großmächten des späten 18. Jahrhunderts agierte. Geboren in Dresden im Jahr 1750 und dort am 5. Mai 1827 verstorben, legte er das Fundament für ein Reich unter dem neuen Königstitel nach der Auflösung alter Ordnungssysteme.
Zur historischen Bedeutung seiner Person zählt vor allem seine pragmatische Außenpolitik. Während anderer Herrscher an starren Traditionen festhielten oder kampfwillig agierten, bewahrte Friedrich August den Bestand des sächsischen Hauses durch geschicktes Vermeiden von Bündniszwängen gegen Österreich und Preußen. Er war ein Fürst der Vermittlung: zunächst als Reichsvikar, später ergriff er die Krone nach diplomatischem Druck Napoleons. Dieser Wandel vom konservativen Kurprinzen zum König im Dienste der neuen Machtordnung macht ihn für Geschichtsinteressierte zu einer zentralen Persönlichkeit der Epoche.
Friedrich August I wurde nicht nur von seiner Verwaltung, sondern auch durch seine bildliche Vertretung in Metall geprägt. Bereits als Reichsvikar im Zeitraum zwischen 1790 und dem Ende der Reichskönigswahl wurden spezielle Prägungen mit den Aufschriften „VICARIVS“ oder „PROVISOR" ausgegeben. Dies markiert eine seltene Zeit, wo ein deutscher Kurfürst persönlich für das gesamte Heilige Römische Reich die Exekutive übernahm.
Anschließend wurde der Titel des Königs eingeführt, was sich sofort in den Numismatik-Prägen niederschlug. Sammler erkennen an diesen Münzen zwei Hauptepochen: Erstens jene Jahre vor 1806 als Kurprinz und Reichsvikar mit dem kursächsischen Brustschild unter dem Kronehut. Zweitens die Epoche nach der Schlacht von Jena, in welcher Friedrich August zur Erhebung zum Königreich Sachsen durch Französer gezwungen wurde. Die Münzen dieser Zeit zeigen oft neue Inschriften wie „Rex Saxoniae", während spätere Stücke den Verlust des Cottbuser Kreises und territoriale Änderungen dokumentieren.
Diese Prägungen dienen als Fundamentwissen für Numismatiker, da sie historische Ereignisse im Miniaturformat widerspiegeln.