| Wilhelm I (1027 - 1087) | Link zur Wikipedia |
Wilhelm der Eroberer, später Wilhelm I., stand als normannischer Herzog und englisch König an einer entscheidenden Wendezeit in Europa. Seine Thronbesteigung 1066, die Schlacht bei Hastings, markierte den Übergang von einem angelsächsischen zu einem normannischen England. Dieser Herrscher war nicht nur politisch mächtig als Begründer des Hauses der Rolloniden und Stammvater einer Dynastie bis zur Mitte des Jahrhunderts, sondern auch ein impulsiver Stifter kultureller Errungenschaften in seiner Zeit.
Sein Leben verlief unter den Bedingungen eines rauer feudaler Politik. Nach dem Tod seines Vaters Robert I., Herzog der Normandie, begann eine Phase der Unsicherheit. Wilhelm etablierte sich als legitimer Herrscher durch geschickte Heiratspolitik und militärische Stärke gegen Feinde wie Gottfried von Anjou oder den französischen König Heinrich I.
Münzen mit dem Bildnis des Eroberers, die sogenannte Cross Penny, sind ein faszinierender Aspekt der mittelenglischen Geschichte. Bereits wenige Jahre nach 1066, oft während seiner Regierungszeit und im Übergang zum frühen englischen Stil unter Heinrich I., wurden diese geprägt.
Die Münzprägung war das erste offizielle Instrument staatlicher Propaganda: Wer die Macht über Geld hatte, kontrollierte auch den Unterhalt des Volkes. Wilhelms Name und sein Porträt ersetzten oder ergänzten traditionelle sächsische Symbole der angelsächsischen Vorläuferstaaten.
Erst später in seinem Leben wurden umfangreiche Münzreihen herausgegeben, darunter das berühmte Pfenning. Sie trugen oft lateinischen Text "WILHELMI REX" (Wilhelm König) auf der Rückseite und zeigten seine Gestalt mit Krone oder Helm/Kreuz. Die Prägung dieser Gültigkeit zeigt den Wandel vom keltisch-sächsischen Stil hin zur normannisch-französischen Kunst, welche die Verbindung zwischen Kirche und Herrschaft unterstreicht.
Wer diese Münzen betrachtet, schließt seine Betrachtung an eine Zeit der Umbrüche. Diese kleinen Stücke sind historische Begegnungspunkte zwischen Normannien und England und belegen eindrucksvoll die dauerhafte Bedeutung Wilhelms als Herrscher.