| Leopold I. (Belgien) (1790-1865) | Link zur Wikipedia |
König Leopold I., geboren als Prinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld, wurde zum ersten König der Belgier nach dem Unabhängigkeitskrieg 1830 ernannt. Seine Regierungszeit prägte die junge Nation maßgeblich und legte den Grundstein für das moderne Staatengebilde.
Insgesamt acht Jahre diente er der russischen Armee, ehe 1830 die Gelegenheit kam, Belgien zu vereinen. Nach dem Abtausch der hannoverschen Krone für die britische Thronfolgerin Victoria wurde sein Name zu einem Symbol des Friedens im Kontinentaleuropa.
In einer Zeit europäischer Umwälzungen vermittelte Leopold Stabilität zwischen den Großmächten Österreich und Preußen. Er förderte das Eheprojekt der Prinzessin Victoria mit dem preußischen Thronfolger Friedrich Wilhelm und hielt an der unbedingten Neutralitätspolitik Belgiens fest.
Innerpolitisch bewahrte er trotz Spannungen zwischen Katholiken und Liberalen die staatliche Einheit. Zu den einflussreichsten Männern im neuen Königreich gehörte Christian Friedrich von Stockmar, den Leopold aus Coburg mitgebracht hatte.
König Leopold I. wird allgemein als bau- und modernisierungswütig beschrieben. Doch durch die andauernden Streitigkeiten mit den Niederlanden nach dem belgisch-niederländischen Scheidungsvertrag brauchte Belgien dringend Verkehrswege, um eine weiter fortschreitende Industrialisierung in Gang zu halten.
Bereits ab 1834, kurz nach seiner Krönungsreise, erschienen Münzen unter seinem Bildnis. Die frühen Stücke der belgischen Währung trugen sein Porträt als Zeichen staatlicher Souveränität gegenüber den Niederlanden und Frankreich.
Die Industrie im Königreich wuchs stark angetrieben durch die Eisenbahnbauten Leopolds I., was zu einem Bedarf nach massiverer Geldproduktion führte. Silber- und Goldmünzen verbreiteten sich in der Mitte des Jahrhunderts rasch, um mit den internationalen Handelsströmen Schritt halten.