| Mehmed V. | Link zur Wikipedia |
Dieses Geschichtsprofil führt Sie zu dem Osmanischen Sultan, der seine Regentschaft im Sturm des Ersten Weltkriegs antreten musste. Geboren am 2. November 1844 als Sohn von Sultan Abdülmecid I., lebte Mehmed V. lange Zeit zurückgezogen und galt unter seinem Bruder Abdülhamid II. faktisch einem politisches Gefängnis ferngehalten. Seine Thronbesteigung im April 1909 war eine politische Notwendigkeit der Jungtürken, die einen monarchischen Staat ohne reale Machtübertragung schaffen wollten.
Mehmed V., später auch als Mohammed V. bekannt, steuert das Osmanische Reich durch einige seiner schwersten geopolitischen Krisen bis zu seinem Tod 1918. Er regierte genau jener Phase, in der sich die Dynastie vom „kranken Mann am Bosporus" zum Verliererstatus wandelte und formell an Deutschland gebunden war, bevor das Territorium zersplitterte.
Zur Zeit der Herrschaft von Mehmed V. prägten das Osmanische Reich weiterhin Gold-und Silbermünzen zur Stabilisierung des Handels im Kontext internationaler Bündnispolitik. Obwohl die traditionelle osmanische Zehnflorin meist kalligrafisch gestaltete war, änderte sich unter seinen Nachfolger zunehmend das Design.
Münzsammler begegnen bei diesen Stücken einer historischen Besonderheit. Die Münzen aus dieser Epoche dokumentieren den Übergang vom klassischen osmanischen Islam zum modernen Staat unter deutschem Einfluss.
Mehmed V., auch wenn er seinen Untergang des Reiches nicht sah, hinterließ ein Vermächtnis an Geldstücken und Erinnerungen, die heute als Zeugnisse dieser letzten Regentschafts-Ära verstanden werden. Die Untersuchung seiner Zeit hilft zu verstehen, wie eine Großmacht in ihrer Auflösung endete.