| Boris Godunov (1552 - 1605) | Link zur Wikipedia |
Herr Boris Fjodorowitsch Godunow zählt zu den umstrittensten, aber zentralen Figuren der russischen Kaiserzeit. Er stand an der Schwelle einer Ära des Umbruchs nach dem Tode Zaren Fjodors I. und dem endgültigen Aussterben der Rurikiden-Dynastie. Zwischen 1598 und seinem frühen Tod am Anfang von 1605 regierte er als Zar Moskaus, musste dabei jedoch die enorme Last des Landes tragen, das durch innere Konflikte und massive Hungersnöte in einer Zeit der Smuta schwankend lag.
Beschäftigt sich Sammler mit dieser historischen Persönlichkeit im numismatischen Kontext, ist zunächst zu beachten, dass Russland zur Regierungszeit Godunows noch keinen weit verbreiteten Porträtmünzstempel wie später das Russische Kaiserreich unter Peter dem Großen besaß. Dennoch sind Münzen oder geprägte Stücke aus seiner Ära von großem Interesse für Sammler.
In der Praxis wurden während seiner Herrschaft hauptsächlich Kupferkopeken geprägt, die oft nur mit dem Namen des Herrschers in kyrillischen Buchstaben bezeichnet waren. Seltenere Silbermünzen zeigten traditionelle Staatssymbole wie den doppelköpfigen Adler.
Das Bildnis oder der Name erscheint daher selten im westeuropäischen Sinn des Porträts auf Silberstücken dieser Zeit. Stattdessen steht der historische Wert solcher Objekte im Vordergrund: Sie repräsentieren eine Übergangsphase, in der sich das moskovitische Reich neu organisierte und noch keine feste Münzordnung wie heute existierte.
Nrismatiker schätzen diese Objekte primär um ihrer historischen Seltenheit willen. Ein Kupferstück aus dieser Zeit ist ein physisches Zeugnis eines Staates, der in großer Verwundbarkeit stand.
Für Sammler bietet diese Währung daher keine kunstgeschwerten Highlights wie spätere Reichsmünzen, sondern fungiert als seltener historischer Beleg eines turbulenten Zeitalters in der Geschichte Russlands. Wer sich dafür interessiert, sollte auf das Fundament legen, was die wirtschaftliche Lage und politische Struktur Moskaus jenseits des europäischen Bildes definierte.