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Duchy of Pomerania-Stettin (1160 - 1625)
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| Duchy of Pomerania-Stettin (1160 - 1625) | Link zur Wikipedia |
Vom slawischen Siedlungsgebiet bis zum integralen Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches – das Territorium um Stettin (heutige polnische Hauptstadt) ist ein Land der Kontinuität und kultureller Verschmelzung. Seit dem 7. Jahrhundert bevölkerten die Abodriten diese Küstengebiete, ehe slawisches Recht an die deutsche Sprache des Mittelalters herantrat. Die Geschichte dieses Landes wurde maßgeblich von einer einzigen Dynastie prägen: den Greifen. Ihr Hauswappen, der Adler oder Graugreif auf dem Schild, ist nicht nur Symbol eines adeligen Geschlechts, sondern auch eine bleibende Prägungsmarkte in der Währungsgeschichte dieser Region.
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts wandelte sich die Region von einem abgelegenen Grenzland Polens zu einer Hochburg im Ostseeraum durch den Einfluss des polnischen Reiches und später des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Christianisierung unter dem Schutzvon Otto I., Bischof von Bamberg, markierte hier nicht nur einen religiösen Umbruch für die einheimische Bevölkerung, sondern legte auch das Fundament für eine neue Wirtschaftsweise. Der Handel über den Fluss Oder und der Swine wurde zum Motor des Reichtums.
Insgesamt spaltete sich das Herrschaftsgebiet mehrfach in Teilherzogtümer auf: Pommern-Stettin im Südosten, dem Gebiet um Wolgast und Demmin, sowie später die Insel Rügen. Politisch wechselten zwar die Lehensherrschaften – von den Markgrafen Brandenburg über schwedische Könige bis hin zum preußischen Krönungsstempel – doch blieb Stettin stets das Herz des Landes.
In der Frühzeit des Mittelalters war das Geldwesen in dieser Region noch stark geprägt durch die lokale Zirkulation und den Einfluss ihrer slawischen Vorfahren. Als sich Slawen dem Christentum anpassten, etablierten städtische Prägestätten wie Stettin oder Cammin eigenständige Münzsysteme. Diese Städtegeldprägungen waren von zentraler Bedeutung für den Handel mit Hansepartnern im Baltikum.
Mit der Eingliederung in das Reich und später die Verbindung zu Brandenburg-Preußen veränderte sich der Charakter des Geldes fundamental. Was anfangs lokale Stadtbefestigungen gegen den Abfluss wertloser Münzen war, entwickelte sich unter preußischer Führung (ab dem 17. Jahrhundert) zur hochmodernen Landeswährung für das Herzogtum. Die Währungsreform durch die Einführung einheitlicher Reichsmünzen und später preussische Krone-Pfennige markiert hier eine technologische und ökonomische Blüte.
Für den Sammler ist diese Entwicklung besonders faszinierend, da sie zeigt, wie Münzprägedienste von einer handwerklichen Kleinproduktion in großen städtischen Zentren zu industriellen Maßstabswerken übergingen. Die Geldsysteme waren hier die sichtbaren Beweisstücke der politischen Machtverschiebungen und des kulturellen Wandels.
Das Herzogtum verfügte über ein dichten Netz von Prägestätten, welches den Bedarf des städtischen Handels deckte. Stettin als Residenzstadt der Greifenherzoöge war dabei das dominierende Zentrum der Produktion. Doch auch andere Städte wie Cammin oder dem späteren Herrschaftsbereich Stargard beteiligten sich an der Münzeinschlagung.
In diesen Werkstätten arbeiteten Goldschmiede und Präger mit einer Finesse, die für eine Region des östlichen Reiches selten war. Die künstlerischen Techniken wandelten sich von einfachen Prägungen auf Bronzescheiben zu hochkomplexen Schlagschlägen der Kupfer- und Silberraten Münzen.
Kennzeichnend ist dabei, dass die Kunst am Rand oft den Wappenschild des regierenden Herzogs zeigte. Anfangs noch in einer slawischen Ausgestaltung, verband sich dies später mit dem Reichsadler unter der Krone Karls V. und schließlich dem Doppeladler von Preußen.
Eine der ältesten Erzeugnisse ist die Burggraben- oder Stadtmünze aus Stettin, geprägt in Kupfer und Silber mit dem Wappen des Herzogs Barnim I. auf einer Seite und oft einem Kreuzsymbol auf der anderen. Diese Münzen waren nicht nur Zahlungsmittel im täglichen Handel für Getreide, Salz und Holz, sondern auch ein Statussymbol für die städtischen Kaufleute.
Mit dem Aufkommen der Reformation und einer strengeren Verwaltung ab dem 16. Jahrhundert änderte sich das Design, wobei oft die Namen einzelner Herzöge auf die Münzen kamen.
Nachdem Brandenburg und Preußen das Land übernommen hatten, zeigten diese Münzen den Doppeladler. Für Sammler sind besonders die Varianten interessant, bei denen der preussisch-brandenburgische Titel auf Pommerschem Hintergrund geblieben ist.
Jede geprägte Währung erzählt eine Geschichte von Macht und Identität. Das Münzmaterial in diesen Territorien spiegelt die Integration der Region wider: Von den ersten slawischen Einflüssen über das lateinische Schrifttum, bis hin zur deutschen Sprache auf dem Kreuz des Preußisches Reichsadler.
Kulturell ist Pommern-Stettin als eine Hochburg des Ostseehandels und des städtischen Rechts zu sehen. Die Münzen sind hier nicht nur Geldstücke, sondern Dokumente der Urbanisierung: Der Kaufmann mit seiner Börne in Stettin nutzte diese kleinen Metallplättchen für den täglichen Warenhandel. Diese Objekte wurden oft auf Reisen übersee verschickt, was sie zu begehrten Souvenirs und später zu Sammlerobjekten machte.
Die Region Pommern-Stettin bietet dem Sammler ein faszinierendes Spektrum historischer Fundstücke. Ein besonderes Augenmerk liegt hier auf den frühen Stadtmünzen der Hansezeit, die selten und begehrt sind. Auch Übergangsprägungen von schwedischen Besitz zur preussischen Zeit gehören zu den wertvollen Stücken in diesem Gebiet.
Selbst für Anfänger bieten sich Stücke ab dem 17./18.Jahrhundert an, die oft ein exzellentes Erhaltungspotential zeigen und dennoch historisch bedeutsam sind: Der Wechsel der Herrschaftssitze (Stettin bis Stargard) prägt den Reiz des Sammelobjekts.
Fazit: Für Sammler ist dieses Land von besonderem Interesse, da es eine Brücke zwischen dem slawischen und europäischen Kulturbereich schlägt. Die Münzprägung der Greifen herzogtum zeigt die Entwicklung eines unabhängigen Staates hin zu einem integralen Teil des deutschen Reiches vor 1945. Wer diese Stücke in seiner Sammlung bewahrt oder entdeckt, hat einen Schatz an historischem Wert, den es wert ist, für immer im Gedächtnis erhalten zu werden.