| Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein | Link zur Wikipedia |
Eine der prägendsten Persönlichkeiten im Übergang von Alteuropa zu modernen Rechtsstaaten. Heinrich Friedrich Carl, Reichsfreiherr vom und zum Stein (geboren 25. Oktober 1757, gestorben 29. Juni 1831), zählt neben Karl August von Hardenberg als architektonische Kraft der preußischen Reformbewegung nach dem Frieden zu Tilsit im Jahr 1807.
Für den historischen Blick ist sein Wirken entscheidend vor allem ab 1784 als Leiter des Bergamts in der Grafschaft Mark. Er modernisierte die Verwaltung, reformierte das Steuersystem für Kohlegruben im Ruhrgebiet und etablierte dort erstmals feste Löhne statt Zunftzwang – ein Schritt weg vom alten Feudalstaat hin zu einer modernen Wirtschaftsgesellschaft.
Nach dem Verlust Westfalens in den Koalitionskriegen ging er 1808 ins russische Exil. Dort beriet er Zar Alexander I., um die Befreiung Deutschlands von der napoleonischen Herrschaft vorzubereiten. Als Nachfolger Hardenbergs prägte Stein das deutsche Rechtssystem grundlegend mit und leitete während der Kriege die Zentralbehörde in Berlin.
Für den Numismatiker ist ein wichtiger Aspekt zu beachten. Während seiner Regierungszeit wurden Geldstücke üblicherweise nur auf Befehl des Monarchen geprägt, sodass sein Porträt nicht in den regulären Umlauf kam. Es gab keine Silbergroschen oder Thaler mit seinem Bildnis, wie man sie von Friedrich II. kennt.
Doch für Sammler hat der Freiherr eine besondere Nische: Medaillen und Gedenkzeichen wurden zu seinen Ehren nach 1830 sowie in späteren Jahrzehnten (z.B. im Kaiserreich oder als Bundesrepublik-Denkmünzen) geschmiedet, die auf seine Verwaltungsidee des Rechtsstaates verweisen.
Besonders wertvoll sind hierbei Stücke mit der Inschrift „Stein“ zur Erinnerung an das Jahr 1807/2007. Diese finden sich in speziellen Sammlungen zum Thema preußische Reformzeit.
Sammler sollten bei der Bewertung solcher Stücken nicht primär den Nischenwert suchen, sondern das historische Verständnis gewinnen. Ein Exemplar aus dieser Zeit ist ein Dokument des 19. Jahrhunderts, das beweist: Auch in einem kleinen Münzstück kann die Geschichte von Preußen und Deutschland wiedererkennbar sein.
Für Fortgeschrittene ist der Vergleich zwischen dem Bildnis eines preußischen Königs im Porträtmünzwesen mit Stein als reformorientierter Beamter besonders lehrreich. Er zeigt den Wandel der Machtstrukturen in Westeuropa, die bis heute spiegelnd auf historischen Geldstücken zu erkennen sind.