| Napoleon Bonaparte(1769 - 1821) | Link zur Wikipedia |
Dieses Profil auf einem historischen Exemplar steht für eine der prägnantesten Figuren im Europa des 19. Jahrhunderts. Napoleon Bonaparte, geboren in Korsika an den Wurzeln italienischer Traditionen, wandelte sich rasch von einem armen Stipendiat aus dem Norden seiner Heimat zu einem Machthaber continentaluropas.
Historisch bedingt ist seine Bedeutung vor allem durch die Einführung des Code civil und den Aufbau moderner staatlicher Strukturen gegeben. Er formte nicht nur Armeen, sondern legte das Fundament für viele heutige Rechtsordnungen. Während er zeitweise über Italien bis in die Grenzen Rußlands herrschte, setzte er auch Familienmitglieder als Fürsten an fremde Höfe ein oder zwingte Monarchen wie Karl IV. zum Abtreten der spanischen Krone.
Auf welche Weise spiegeln sich diese Machtverschiebungen im Bereich der Numismatik wider? Zu seinen Lebzeiten erschienen seine Züge auf zahlreichen Bronzen, Silber und Goldmünzen Frankreichs sowie des Kontinents. Die Republik druckte bereits während seiner Amtszeit als Konsul das Bildnis ein, doch erst die Krönung im Jahre 1804 veränderte den Münzstil grundlegend.
Das Empire wurde zum neuen Ideal erhoben und fand seinen Niederschlag in einer Vielzahl an Goldfranken oder Napoleonsdaler. Auch nach seiner ersten Verbannung auf Elba kehrte das Herrscherbild für kurze Zeit zurück, bevor Waterloo endete seine Karriere. Doch selbst nachdem St. Helena ihn einsperrten ließ, erschienen Münzen mit seinem Bild bis ins 20. Jahrhundert in verschiedenen Besatzungszonen und Kolonien.
Für den Numismatiker ist das Portrait Napoleons eine Schlüsselerscheinung für die europäische Moderne, wie es keine andere Persönlichkeit kann gleich gut demonstrieren. Der Wandel von republikanischen Symbolik zur monarchischen Herrschaft findet sich direkt auf den Münzen wieder.
Jede dieser Münzen erzählt vom Aufstieg eines Mannes, dessen Wille sich mit dem der Weltgeschichte mischte. Wer diese Objekte betrachtet, berührt nicht nur Metall und Legierung sondern auch die Erinnerungskultur vergangener Kriege wie Rußlands oder Spaniens.