| Amadeus I. (Spanien) (1845 - 1890) | Link zur Wikipedia |
Unser heutiger Blick gilt einem historischen Brückenbauer zwischen Italien und Europa. Der spätere Amadeo Fernando Maria, geboren am 30. Mai 1845 in Turin, war der zweite Sohn des italienischen Königs Viktor Emanuel II. Er stieg zum Herzog von Aosta auf, doch sein historisches Schicksal wurde vom spanischen politischen Sturm gerüttelt. Nach dem Abzug Isabellas II., ausgelöst durch die September-Revolution, suchten revolutionäre Anführer in Europa nach einem passenden König.
Amadeus I wurde im November 1870 zu diesem Ehren berufen und leistete am 2. Januar 1871 feierlich seinen Eid auf die spanische Verfassung. Eine monarchische Lösung für einen Staat, der kurz vorher in eine Republik gewechselt war oder bald sollte. Er verkörperte den Versuch einer friedlichen Übergangsordnung zwischen Monarchie und Republik sowie vor dem Aufstieg des Sohnes Isabellas II., Alfons XII.
Nach seiner Wahl zum König nahm Amadeo I die Krone an. Die spanischen Cortes wählten ihn, doch er erlebte in Madrid keine volle Unterstützung der Aristokratie oder des Volkes. Um Ordnung im Land zu schaffen, wurden Münzen mit seinem Porträt geprägt. Diese erschienen während seines regierenden Amts zwischen 1870 und kurz nach seinem Abdanken am Anfang von Februar 1873.
Dabei handelte es sich meist um die spanischen Escudos und Riales. In dieser turbulenten Zeit, bedingt durch den Kampf gegen Karlisten sowie der Geldnot des neuen Staates unter Amadeo I., wurden Münzen geprägt, die oft weniger aufwendig gestaltet waren als zu Zeiten langer Herrscherdynastien. Dennoch zeugen diese Stempel von dem Versuch einer offiziellen Währungspolitik in einem kurzlebigen Königreich.
Für numismatische Liebhaber ist der Bereich um Amadeo I besonders faszinierend, da die zeitliche Spanne seiner Regentschaft nur etwa zwei Jahre und drei Monate betrug. Die begrenzte Prägezeit führte zu einer geringeren Gesamtproduktion im Vergleich zu den Reichthumszeiten früherer Dynastien.
Folgende Faktoren machen diese Stücke für Sammlerschränke attraktiv:
Zusammenfassend ist das Erbe Amadeo I eine interessante Verbindung von Geschichtswissenschaft und Sammelkunst. Die kurze Dauer seiner Regentschaft verleiht seinen Münzen einen besonderen Charakter als Zeitdokumente jener unsicheren Jahre zwischen Revolution und Republik.