| Sigismund III. Christoph von Schrattenbach | Link zur Wikipedia |
Eine Zeitreise in das Herz des alten Salzburger Archibistums lässt die Gestalt Sigismunds III Christophs unverwechselbar aufblühen. Geboren im Jahr 1698 in Graz, avancierte er unter den Wirren der Aufklärung zum Erzbischof Salzburgs und verbrachte seine Regierungszeit von 1753 bis zu seinem Tod im Jahre 1771 mit einer bemerkenswerten Mischung aus strenger Ordnungsmacht und kultureller Förderung. Als Fürstbischof handelte er nicht nur als geistlicher Hirte, sondern als politischer Regent eines souveränen Territoriums innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Er galt weithin als Organisator ersten Ranges; so förderte er unter anderem die Talente Wolfgang Amadeus Mozarts und Michael Haydns in der Hofkapelle und baute das Siegmundstor, welches bis heute den Stadtbildern von Salzburg eingezeichnet ist.
Von historischem Interesse für Numismatiker ist die Frage nach dem Ursprung der Geldstücke mit seinem Bildnis. In dieser Epoche, kurz vor den politischen Umwälzungen um 1803 und unter Maria Theresia, übten die hohen Bischöfe oft das Recht aus, eigene Währung zu prägen, um ihre eigenen Finanzbedürfnisse zu decken oder als staatliche Steuer einzukassieren. Die Salzburger Münzen trugen dabei typischerweise den Doppelwappencharakter: Einmal repräsentierten sie den geistlichen Auftrag und einmal die weltliche Macht eines Fürsten.
Münzsammler schätzen diese Stücke aus mehreren Gründen, da das Erzbischofswappen eine direkte Verbindung zum Salzburger Dom und zur Geschichte der Erzdiözese herstellt. Siegfried von Schrattenbach steht für den Übergangszeitraum zwischen dem strengen Barockabsolutismus und einer sich neu findenden geistlich-weltlichen Balance.
Diese Prägestätten waren oft in Wien oder Augsburg gelegen, um Qualitätssicherheit zu gewährleisten. Die Münzen dienten sowohl der innerstaatlichen Zahlung als auch dem Militärbedarf und sind daher wichtige historische Belege für die Eigenständigkeit des Salzburger Erzstifts innerhalb eines größeren Reiches.