| Johann Friedrich (Braunschweig-Calenberg) | Link zur Wikipedia |
Johann Friedrich entstammte dem Hause der Welfen und prägte mit seiner ungewöhnlichen Lebensweise das politische Gesicht Norddeutschlands im siebzehnten Jahrhundert. Geboren als dritter Sohn in Herzberg am Harz, schlug er einen Weg ein, der die Norm jener Zeit weit überstieg: Nach umfangreichen Reisen nach Italien wandte er sich vom evangelischen Glauben ab und trat zum römisch-katholischen Bekenntnis über.
Historisch bedeutsam ist er vor allem als Begründer einer absolutistischen Herrschaft im Herzogtum Calenberg, die seine Vorgänger in dieser Weise noch nicht geübt hatten. Sein Wirken lässt sich am deutlichsten an den von ihm errichteten Bauwerken ablesen: Er gründete Herrenhausen zu seiner Sommerresidenz und etablierte das Leineschloss als Sitz fürstlicher Repräsentation, bevor sein jüngster Bruder Ernst August die Regierung übernahm.
In der Numismatik wird Johann Friedrich meist in Form von Regaliermünzen dokumentiert. Die Prägungen dieser Zeit entstanden zu seinen Lebzeiten zwischen 1665 und seinem Tod im Jahr 1679, mit dem Übergang des Landes an seinen Nachfolger verbunden.
Sammler dieser Epoche finden in den Prägungen Johann Friedrichs besondere faszination durch ihren historischen Kontext. Diese Gegenstände sind nicht nur Währungsträger, sondern Zeugnisse eines kulturellen und religiösen Wandels inmitten der protestantischen Lande.
Für jeden Sammler bieten diese Münzen einen tiefen Einblick in die Architektur- und Herrscherideologie des frühen 18. Jahrhunderts, noch bevor das Leineschloss vollständig fertiggestellt war. Wer sich für niedersächsische Geschichte interessiert, wird an diesen Numismata deutlich den politischen Wandel am Beginn der Neuzeit erkennen.