| Fulvia Plautilla (189-212) | Link zur Wikipedia |
In der turbulenten Epoche des kaiserlichen Roms stand Publia Fulvia Plautilla als politisches Instrument im Mittelpunkt einer Mächtigenkonstellation. Sie wurde zur Augusta gekrönt, um den Einfluss ihrer Familie bei Septimius Severus zu stärken und die Machtstruktur zwischen Julia Domna und dem Praetorianerpräfekten Gaius Fulvius Plautianus auszugleichen. Doch dieser diplomatische Kompromiss zerbrach durch innere Konflikte.
Publia Fulvia Plautilla Augusta († um 211)
Ihre Ehe war zumeist eine politische Anordnung. Caracalla weigerte sich lange, Plautilla als Frau zu akzeptieren, und sie führte ein distanziertes Leben ohne eheliche Zuneigung. Nach dem Sturz ihres Schwiegervaters im Jahr 205 ging es der Verurteilten schlecht. Mit zunehmender Zeit verlor ihre Ehe den politischen Schutz, was ihren Niedergang verschob bis zur Ermordung durch Caracalla kurz nach seinem Alleinherrschaftsbeginn am Anfang des Jahres 4 Februar 211.
Römische Kaiserpräsenz wird oft symbolisiert, doch Plautilla erscheint selten auf den Silbermünzen der Öffentlichkeit. Im Gegensatz dazu gibt es wenige goldene Bronzekleinigkeiten oder Bronzebeispiele aus ihrer Ehezeit mit Caracalla (ca 203 bis nach deren Scheidung/Verfolgungsphase). Ihre Münzporträts zeigen sie oft in einem offiziellen, feierlichen Kontext unter der Umschrift Concordiae aeternae, was eine Hoffnung auf ewige Eintracht symbolisiert.
Nach ihrer Hinrichtung und damnatio memoriae wurden die meisten Bildnisse zerstört. Nur wenige Exemplare sind in modernen Sammlungen erhalten, meist als private Fundstücke der römischen Antike oder spätere Überreste aus den kaiserlichen Heiligtümern nach dem Tode des Caracalla im Jahr 217.
Sammler schätzen diese Stücke wegen ihrer Seltenheit und ihres traurigen historischen Kontexts. Die Münzporträts zeigen eine scheinbare Harmonie auf einem Gesicht, das später in der Geschichtsschreibung verurteilt wurde.
Für die Forschung bieten Plautillas Bildnisse wertvolle Hinweise zur ikonographischen Entwicklung römischer Kaiserfrauen unter Septimius Severus. Sammler finden hier Stücke mit hohem pädagogischem Wert: Sie erzählen von Macht, Intrigen und dem Schicksal der Frau im antiken Herrscherhaus.
Auch wenn nur wenige Exemplare überlebt haben, gilt jedes Fundstück als historischer Beweis für die politische Auslöschung durch das römische Reich selbst. Dies macht sie zu begehrten Objekten in Sammlungen mit Fokus auf Severer Dynastie-Numismatik und Kaiserinnen.