| Heinrich VI (1421-1471) | Link zur Wikipedia |
Viele Geschichtsforscher betrachten Heinrich VI. als die tragische Figur, deren Leben den Untergang einer Ära markierte. Als Sohn des Siegeskönigs Eduard III.'s Enkels und Vaters von Margarete von Anjou stand er kurz vor dem Höhepunkt englischer Macht in Europa: Er war Kronprinz beider Throne, Englands und Frankreichs.
Heinrich trat im Alter von elf Jahren offiziell zur Regentschaft an. Dies geschah unter den Augen mächtiger Töchter seiner Onkel Humphrey of Gloucester und John of Bedford. Die Krönung in London bestätigte seinen Anspruch, doch die zweite Zeremonie in Paris blieb ein historisches Wunderwerk der Diplomatie.
Für den Sammler ist Heinrich VI. insbesondere wegen seiner Prägungen interessant, die oft eine Brücke zwischen spätgotischer Kunst und mittelalterlichem Realismus schlagen. Die Münzprägung unter ihm war komplex.
Mit ihm endete lange Zeit ein Stil in England (Edward III.-Stil). Seine Silberpfennige waren oft schwerer als üblich ("Great Penny"). Die Münzprägung wurde jedoch durch die politischen Unruhen der späten 1450er Jahre gestört, die zum Sturz Heinrichs durch den Häuptling Richard York führten.
Münzen dieses Königs gelten als historisch sehr interessant, da sie eine Zeit des Umbruchs dokumentieren. Das Porträt eines jungen Mannes mit Bart oder Haarnetz (Barbusse) ist für diese Periode charakteristisch.
Selten sind Proben aus den Jahren seiner zweiten kurzen Regentschaft (1470–1471). Diese Münzen repräsentieren die Rückkehr nach dem Tod von Eduard IV., bevor Heinrich kurz darauf starb und der Hause Lancaster endgültig sein Ende fand. Das Verständnis dieser Prägungen hilft Sammlern, nicht nur Metallstücke zu betrachten, sondern ein Dokument politischer Intrigen zwischen Somerset, York und der Hofpartei.
Ausführliche Bestandspräsentationen erfordern oft eine detaillierte Betrachtung des Porträts, das sich von dem idealisierten Bild seines Vaters Heinrich V. unterscheidet: Es zeigt einen weniger kriegerischen, eher bürokratischen König am Ende einer Epoche.