| Vajiravudh (1880 – 1925) | Link zur Wikipedia |
Sie befinden sich vor einem der faszinierendsten Objekte des späten asiatischen Nationalstaatsgebiets, dem König Vajiravudh. Bekannt als Rama VI., war er von 1910 bis zu seinem Tod im Jahre 1925 Herrscher über Siam und heute Thailand. Er gilt nicht nur als absoluter Monarch, sondern als ein intellektueller Reformer der ersten Stunde in Asien. Seine Bedeutung reicht weit über die Gold- oder Silbermünzen hinaus; er war einer der wenigen asiatischen Könige jener Zeit mit umfassender akademischer Ausbildung an europäischen Universitäten und zugleich erfolgreicher Autor.
Dass ein Herrscher sein Abbild auf Geldscheinen und Prägungen findet, steht für absolute Machtkonzepte. Für Vajiravudh war dies Ausdruck seiner Vision vom modernen Nationalstaat. Während seines Regimes modernisierte er Siam drastisch: Es gab Schulgesetze mit alphabetischer Rechtschreibung (RMS), das Einsetzen des Namenssystems und die Verleihung von Adelstiteln, was sich auf den Münzen in der Inschrift widerspiegelte.
Inhaltlich wurden seine Thronnamen und Titel oft abgekürzt. Dennoch zeigen diese Stempel eine bewusste Ausrichtung nach Westen: Während sein Vater Rama V noch stark traditionelle Motive bevorzugte, trug Vajiravudh auf vielen Münzen westliche Uniformen oder moderne Reiterpanzermotiv.
Für den Sammler ist der König von Interesse als Verbindungsglied zwischen der traditionellen siamesischen Kunst und dem modernen Nationalbewusstsein. Die Münzen aus seiner Regierungszeit finden sich meist in Silber, geprägt vor allem für Handel sowie interne Finanzsysteme des Landes.
Diese Stücke bieten Einblicke in einen Wandel von der asiatischen zu einer territorial definierten Staatsidentität. Wenn Sie eine dieser Münzen halten, sehen Sie nicht nur Metall, sondern ein Bildnis eines Autors und Königs, der das Thailändische Nationalbewusstsein prägten hat.