| Quintillus (220-270) | Link zur Wikipedia |
In den verheerenden Jahren der römischen Kaiserkrise trat Marcus Aurelius Claudius Quintillus kurzzeitig an die Spitze des Imperium Romanum. Er war der jüngere Bruder von Kaiser Claudius Gothicus, welcher Ende 268 das Reich erobert und seine Familie gestärkt hatte. Nach dem plötzlichen Tod seines Bruders Anfang September 270 übernahmen Legionskommandeure aus Italien die Initiative zur Wahl eines neuen Herrschers für eine kurze Zeitperiode. Die Donaulegionen erhoben Quintillus als Kandidat, was auf dessen guten Verhältnis zum römischen Senat und zu den konservativen Eliten hindeutet. Diese politische Stütze sollte jedoch kurzzeitig sein Amt sichern.
Münzen des Quintillus wurden nur während seiner extrem kurzen Regierungszeit ausgegeben, da seine Herrschaft bereits im selben Jahr 270 durch den Aufmarsch von Aurelian endete. Die Münzproduktion dieser Zeit diente primär der schnellen Legitimation vor Ort. Während die Stadt Rom sowie provinzialen Zentren in Italien Silbermünzen wie Sesterz oder Denare schlug, dienten diese Geldstücke auch als Propagandaimplemente zur Stabilisierung des Vertrauens zwischen Armee und Bürgerpopulation.
Für Sammler stellen diese Prägungen einen besonders seltenen Fund aus dieser Ära dar. Die Übergangsjahrhunderte von Senatorenmacht zur Soldatenkai-Periode spiegeln sich direkt in den vorliegenden Stücken wider. Während die Mehrheit der Quellen eine Regentenzeit von nur etwa 17 Tagen annimmt, belegen numismatische Analysen zeitweise auch längere Durchlaufphasen bis zu drei Monaten.
Münzen mit dem Porträt Quintillus gelten als historische Artefakte hohen Wertes. Ihre Seltenheit resultiert direkt aus der schnellen Machtübernahme durch Aurelian, welches zur sofortigen Einstellung der Prägungen in römischen Mänteln führte. Sammler finden hier Einblicke in den politischen Wechsel zwischen konservativer Senatori-Elite und militanten Soldatenführern am Niederrhein.