| Karl von Dalberg (1744 - 1817) | Link zur Wikipedia |
Vorstellung des Historikers:
Guten Tag, verehrte Sammlerund Geschichtsinteressierte. Willkommen im Raum der Numismatikgeschichte um einen einzigartigen Protagonisten jener Epoche: Karl Theodor von Dalberg. In unseren Vitrinen steht er nicht nur als Träger einer geistlichen Würde, sondern als ein Mann, dessen Leben und Wirken den gewaltigen Wandel Deutschlands zwischen dem Alten Reich und Napoleonischen Zeitalter widerspiegeln.
Karl Theodor von Dalberg war einer der wenigen Adeligen seiner Zeit, die es schafften, geistliche Ambitionen mit einem aufgeklärten Weltbild zu vereinen. Als Kurfürst-Erzbischof und Reichserzkanzler stand er protokollarisch dem Kaiser gleich. Doch nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 musste er seinen alten Sitz Mainz aufgeben.
Nachhaltige Spuren hinterließ seine Tätigkeit als Erster der säkularisierten geistlichen Fürsten. Mit dem Tod des letzten Reichserzkanzlers und seiner Umwandlung in weltliche Großherzogtümer endete die Tradition, wie wir sie kannten.
Sobald Dalberg als Fürstprimas des Rheinbunds bzw. später ab 1809/1810 als Großherzog von Frankfurt agierte, änderten sich die Prägemodelle grundlegend. Die alten Reichstaler verschwanden zusehends; an ihre Stelle traten Währungseinheiten der neuen Napoleonischen Satrapien.
In unserer Sammlung finden Sie selten ein Porträt Dalbergs auf dem Hauptmünzbild eines groben Reichstalers. Vielmehr prägen diese Währungen den Übergang zur modernen Münzwährungsserie der Großherzogtümer nach französischem Vorbild.
Eine Dalberg-Münze oder ein entsprechendes Geldstück jener Zeit ist mehr als Metall. Es fungiert als Zertifikat für das Ende des Mittelalters der deutschen Geschichte und den Beginn einer völlig neuen politischen Ordnung.
Lassen Sie uns diesen Mann begutachten. Er verkörpert die Spannung zwischen dem alten Glauben und der neuen Vernunft, die sich in jeder geprägten Fläche jener Jahre spiegelt.