| Justin II (520-578) | Link zur Wikipedia |
Dieser Artikel widmet sich Justin dem Zweiten einem oströmischen Kaiser der zweiten Hälfte des sechsten Jahrhunderts, dessen Regierungszeit maßgeblich den Verlauf des Imperiums am Ende des Altertums prägte. Sein Wirken fällt in eine Epoche massiver territorialer Verluste und innerpolitischer Instabilität.
Justin II., auch als Flavius Iustinus bekannt, stieg im November 565 an die Macht nach dem Tod seines Vaters Justinian. Er war Neffe des Vorgängers und gelangte dank seiner Frau Sophia in den inneren Kreisen zur Herrschaft, ohne jedoch offiziell zuvor zum Caesar ernannt worden zu sein. Seine ersten Jahre waren von Hoffnung geprägt durch Steuervergünstigungen und Bemühungen um Rechtsprechung.
Bald jedoch zeigte sich die Schwäche der Regierungstradition unter dem neuen Kaiser. Ein gravierender Konflikt entflammte an den Ostgrenzen gegen das sassanidische Persien, während gleichzeitig in Italien die Langobarden große Gebiete erbeuteten. Die finanzielle Lage verschärfte sich durch Rigorismus und ungelöste Schulden.
Einen dramatischen Wendepunkt bildete ab Ende 574 die Einwirkung des Kaisers auf seine eigene Psyche, beschrieben als Wahnsinn in zeitgenössischen Berichten oder ein Putschversuch. Tiberius übernahm faktisch das Kommando unter dem Titelfürstenprinzip Justin II., bis zur offiziellen Abdankung am Oktober 1578. Die Herrschaft symbolisiert den Übergang von der klassischen Antike zu einem neuen politischen Zeitalter, beeinflusst durch die Völkerwanderungen.
Münzen aus dieser Zeit stellen eine seltene Begegnung mit offiziellen Herrscherporträts dar. Während der Regenszeit Justins entstanden vornehmlich Goldsolidi bei verschiedenen Müttern wie Konstantinopel oder Thessaloniki, oft in ähnlicher Gestalt als unter Justinian.
Sammler schätzen diese Stücken aus mehreren Gründen:
Jeder Fund solcher Prägung trägt dazu bei das historische Bild dieser schwierigen Regierungsperiode zu verdeutlichen. Für Sammler bieten diese Belegen die Möglichkeit, ein authentisches Stück spätantiker Geschichte mit einer Person in Händen zu halten, deren Leben stark von militärischem Misserfolg und innerpolitischer Kritik gezeichnet war.