| Gotthold Ephraim Lessing | Link zur Wikipedia |
Dieses Museum bewahrt nicht nur Goldschätze, sondern auch die Essenz der Aufklärung in Deutschland. Gotthold Ephraim Lessing stand an der Spitze eines geistigen Umbruchs seiner Zeit. Er war kein Militär oder Herrscher im herkömmlichen Sinne, doch sein Einfluss auf das Theater und den Toleranzgedanken prägte die deutsche Kulturgeschichte nachhaltig.
In seinen Dramen forderte er eine neue Art des Denkens heraus. Während andere Dichter der Monarchie dienten, stand Lessing für Freiheit von Ideen vor allem während seiner Zeit in Hamburg und Wolfenbüttel. Seine Schriften beeinflussten Generationen bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein.
Für den Numismatiker ist ein wichtiger Unterschied zu beachten: Während Herrscher wie Friedrich der Große regelmäßig mit Porträts in staatlichen Stempeln geehrten worden sind, erschien Lessing nicht als Kopf auf regulären Zahlungsmünzen des Königreichs Preußen oder Sachsens. Die Münzmeister prägten keine Banknoten oder Silberkronen mit dem Gesicht eines Philosophen.
Jedoch finden Sie seinen Namen und Bildnisse in der Form von Erinnerungsmedaillen, die oft auf historischen Jubiläen herausgegeben wurden. Sammler stoßen heute vor allem auf solche Gedenkstücke aus späteren Jahrhunderten. Diese scheinen weniger als Geld zu dienen, sondern eher als historische Dokumente.
Jeder Kenner weiß: Ein scheinbar gewöhnliches Stück Silber kann mehr wert sein als ein Goldmünze aus jener Epoche. Warum also Lessing? Die Seltenheit liegt im Hintergrund der Prägung.
Für Sammler aus der modernen Zeit steht hinter jeder solchen Prägung eine Geschichte des menschlichen Gedankens. Während andere Sammler nur nach Gold und Silberglimmer suchen, erkennt man bei historischen Aufklärungsfiguren den pädagogischen Wert einer Sammlung.
Für Sie als Leser bedeutet dies: Suchen Sie nicht vergeblich auf einem 10-Gulden-Stück des Königs von Friedrichs. Der wahre Reichtum steckt in Medaillen, die Lessing posthum geehrt haben und den Fortschritt der Wissenschaft preisen.