| Georg (Sachsen) | Link zur Wikipedia |
König Georg, vollstündiger Friedrich August Georg Ludwig Wilhelm Maximilian Karl Maria Nepomuk Baptist Xaver Cyriacus Romanus von Sachsen, gehört zu den bedeutenden Persönlichkeiten des Deutschen Reiches am Vorabend der Jahrhundertwende. Geboren 1832 in Pillnitz und verstorben im Alter von fast siebzig Jahren ebendort, war er nicht nur ein sächsischer Herrscher für zwei Jahre zwischen 1902 und 1904, sondern auch ein angesehener Militärführer. Sein Leben steht exemplarisch für die Verflechtung der Dynastien des Hauses Wettin mit den zentralen politischen Ereignissen seiner Zeit.
In einer Epoche großer Umbrüche, geprägt durch die deutsche Einigungskriege von 1866 und 1870/71, erfüllte Georg eine doppelte Funktion. Zunächst trat er als preußisch geschulter Offizier hervor; ab 1852 absolvierte er seine Militärzeit bis zum Rang des Hauptmanns in der Garnison Radeberg. Seine militärische Karriere führte ihn durch den Deutschen Krieg, wo er die erste Reiterbrigade kommandierte, und weiter ins Deutsch-Französische Kriegsjahr 1870/71. Er übte ab dem Herbst 1870 das Kommando über ein komplettes II. Armee-Korps aus.
Neben seiner militärischen Laufbahn war er diplomatischer Botschafter Sachsens; im Januar 1871 trat Georg die Koffer an, um in Versailles zur Ausrufung des Deutschen Kaisers zu erscheinen. Diese Zeremonie markierte seinen Aufstieg von einem regionalen Prinzen zum Repräsentanten der neuen Nation auf nationaler Bühne. Als er nach dem Tod seines Bruders Albert im Jahr 1902 König wurde, trug seine kurze Regentschaft den Stempel eines Übergangs zwischen alter Dynastientradition und neuem Reichsgeist. Er starb bereits am Ende seiner Amtszeit an Influenza-krankheiten.
Für Numismaten bieten die Zeit um Georg von Sachsen einzigartige Fundstücke, die seltene Prägungen zwischen 1902 und 1904 dokumentieren. Da er nur kurzzeitig regierte, sind reguläre Münzen dieses Jahresabschnitts selten auf dem Markt.
Durch das Studium dieser historischen Dokumente lernen Sammler nicht nur über Geldmetalle, sondern auch über die Biografie eines Mannes, der Deutschland während seiner wichtigsten Wendezeit vertrat.