| Constans II (630-668) | Link zur Wikipedia |
Herrschen Sie über das Reich im Schatten der Expansion! Der oströmische Kaiser Konstans II., bekannter als Flavius Heraclius vor seiner Krönung, war von entscheidender Bedeutung in einer Epoche des dramatischen Wandels. Die Jahre zwischen 640 und 700 markieren den Übergang vom klassischen Byzanz zur modernen Mittelmeerpolitik.
Nach dem frühen Tod seines Vaters Konstantin II. (III.) übernahm der elfjährige Jüngling die Macht unter Druck starker Hofparteien und militärischer Unruhen. Seine gesamte Regierungszeit war ein beständiges Ringen gegen das vordringende arabische Heer, dessen Siege in Nordafrika und Asien den byzantinischen Reichsschatz und die Steuerbasis bedrohten.
Eine der prägendsten Entscheidungen Konstans' erfolgte 662. Angesichts der militärischen Notlage zog er sich mit dem gesamten Hofstaat nach Italien zurück, um Rom als neue Hauptstadt zu rehabilitieren. Dieser Akt der „Römisierung" im Westen hatte tiefgreifende politische und kulturelle Folgen. Der Kaiser war einer der ersten seit fast zwei Jahrhunderten, die Konstantinopel verließen.
Sammler finden in den Goldsolidi dieses Herrschers einen dokumentarischen Beweis für diesen Machtwechsel. Während seiner Zeit wurden Münzen mit dem Namen CONSTANTINUS geprägt, wenngleich die zeitgenössische Bezeichnung KΩNSTAS (Konstans) ebenfalls kursierte.
Konstans II. gehört zu den wenigen byzantinischen Herrschern, deren Münzbildnis eine aktive politische Strategie verkörpert: Die Rückbesinnung auf das alte Rom war ein Versuch, die Legitimität der Regierung in Europa neu zu gründen.
Für jeden Kenner ist es daher interessant festzustellen, wie sich die Prägequalität und Stilelemente zwischen den ägyptischen Silbertalerfundus (Nummi) und dem orientalischen Goldsolidi unterscheiden. Wer diese Nuancen versteht, erfährt mehr über die geopolitische Zerrüttung des Reiches unter islamischem Druck in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts.