| Lenin (1870 - 1924) | Link zur Wikipedia |
Vladimir Uljanov, der spätere revolutionäre Anführer Lenin, prägt durch seine Rolle als Begründer des sowjetischen Staates bis heute die Erinnerung an den ersten Jahrzehntzehnten der 20. Jahrhundert. Geboren in Simbirsk und zum Revolutionär umgewandelt nach dem Tod seines Bruders, lenkte er ab Ende des Ersten Weltkriegs eine neue Ära ein, indem er das Zarenreich stürzte. Seine Persönlichkeit wurde nicht nur als theoretischer Kopf internationaler sozialistischer Bewegungen geehrt, sondern auch zu einer Ikone erhoben, die durch Geldmetalle und Papierwährung sichtbar gemacht wurde.
Leningens Bildnis tauchte in der offiziellen Währung nicht während seiner kurzen Herrschaft selbst auf. Erst nach seinem Tod im Januar 1924, als die Bedeutung des "Befreiers" weiter gesteigert wurde, trugen Banknoten und einige Sondermünzen sein Porträt. Besonders interessant für Numismatiker sind hier jedoch Geldstücke aus der DDR-Zeit (ab 1968 bis zur Wiedervereinigung). In Ostdeutschland diente die Darstellung Lenins oft gemeinsam mit anderen Revolutionären als Symbol einer vermeintlich friedlichen und internationalen Solidarität.
Bereits kurze Zeit nach dem Tod des Gründers wurde in der Sowjetunion sein Gesicht auf Noten wie den 30-Groschen-Stücken eingefügt. Sammler finden hier eine seltene Kombination: Einerseits dient das Porträt als politisches Symbol aus einer vergangenen Epoche, andererseits sind diese Münzen historische Dokumente ihrer jeweiligen Zeit.
Münz- und Papieranwender finden in diesem Bereich eine einzigartige Verbindung von Numismatik und Geschichtswissenschaft. Die Hauptgründe für den besonderen Reiz dieser Objekte liegen in der Seltenheit historischer Ausgaben aus politisch aufgeladenen Zeiten.
Ferner bietet die Sammelserie Einblicke in internationale Währungssysteme zwischen Weltkrieg und Kalter Krieg. Die Motive spiegeln wider, wie sich das öffentliche Bild eines politischen Akteurs nach dessen Tod gewandelt hat.