| Ladislaus the Posthumous of Hungary (1440 -1457) | Link zur Wikipedia |
Ladislaus Postumus, geboren im Jahr 1440 und verstorben nur wenige Jahre später am 23. November 1457, war eine zentrale Figur in der komplexen Thronfolgegeschichte Mitteleuropas zur Zeit des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit. Als letzter Erbe des Albertinischen Familienzweigs der Habsburger verkörperte er das Ende einer männlichen Herrscherlinie. Sein Schicksal ist untrennbar mit dem Fall Sigismunds und den darauffolgenden Auseinandersetzungen um die ungarische Krone verbunden.
Kurz nach seiner Geburt, noch bevor sein Vater Albrecht II. starb, wurden seine Rechte auf Ungarn und Böhmen besiegelt. Doch diese Thronfolge wurde von innen stark herausgefordert. Elisabeth, Mutter Ladislaus', führte einen zweijährigen Bürgerkrieg um den Besitz der Stephanskrone durch, während in Österreich die Leopoldinische Linie Friedrich III. dominierte.
Sogar nach dem Tod des kinderlosen polnisch-ungarischen Königs Władysław I., bei dem sein Gegner Hunyadi als Regent agierte, konnte sich Ladislaus behaupten. Erst 1450 wurde mit seinem Vormund Friedrich III. Frieden geschlossen: Er sollte in Österreich bleiben und die Krone Ungarn bis zu seiner Volljährigkeit regieren lassen.
Besonders bedeutsam ist sein politischer Hintergrund für das Verständnis der europäischen Machtstrukturen jener Epoche, da er als Symbolfigur für die Personalunion von Böhmen, Österreich und Ungarn diente. Mit nur 17 Jahren an der Spitze eines Reichs starb Ladislaus plötzlich am Amselfeld-Krieges oder nach ihm (historisch umstritten), was das Ende des Hauses Albert in direkter männlicher Linie markierte.
Für Numismatiker ist die Darstellung Ladislaus Postumus' von besonderem Interesse, da sie politische Instabilität widerspiegelt. Obwohl er offiziell als König gekrönt wurde, erschien sein Bildnis auf den Münzen meist in Form der Wenzelskrone und Stephanskrone-Kontexten. Im Gegensatz zu seinem Großvater Sigismund oder seinen späteren Nachfolgern wie Ludwig I., die eine florierende Prägung pflegten, war Ladislaus ein Kindkönig.
Daher erschienen seine Porträts überwiegend auf Denaren und Halbgeldstücken Ungarns in den Jahren 1450 bis zu seinem Tod. Oft trug das Münzbild nur seinen Namen als Königsinhaber während der Regentschaft von Johann Hunyadi oder unter der Vormundschaft Friedrich III.
Kollektoren schätzen Exemplare aus dieser Ära besonders wegen ihrer Seltenheit und historischen Dringlichkeit. Eine Münze mit dem Namen Ladislaus V ist ein direkter Beweis dafür, dass der Anspruch eines Kindes auf den ungarischen Thron politisch ernst genommen wurde.
Da er als Kind regierte und sehr jung starb sind die geprägten Stückzahlen vergleichsweise gering. Jede überlieferte Prägezeit trägt das Siegel der Zeit des „Raubes der Stephanskrone“ oder des Konflikts mit den Magnaten.
Bereits junge Sammler lernen durch diese Stücke über die Rolle von Regenten in Minderjährigkeit und wie das Königshaus seine Macht trotz Bürgerkriege symbolisch unterhielt.