| Karl XV. (Schweden) (1826 - 1872) | Link zur Wikipedia |
König Karl XV., geboren im Stockholmer Schloss, verkörpert die Übergangsphase zwischen der absolutistischen Tradition des schwedischen Königshauses und dem modernen Verfassungstaats des späten neunzehnten Jahrhunderts. Als Nachfolger von Oskar I. regierte er zunächst als Kronprinz, bevor das Parlament ihn offiziell 1859 zum Herrscher ernannte, kurz nachdem sein Vater starb. Seine Regierungszeit fällt in eine Zeit politischer Spannung zwischen Schweden und Norwegen sowie Dänemark, wo der Skandinavismus als politische Idee diskutiert wurde. Obgleich seine Persönlichkeit von Extravaganz geprägt war und er durch Affären den Ansehensverlust seiner Krone befürwortete, bleibt sein Einfluss auf die staatlichen Reformen wie die Umgestaltung des Reichstags in ein Zweikammerparlament bedeutend für das Verständnis schwedischer Verfassungsgeschichte.
Schwerpunkte der Münzen dieser Epoche fallen auf Silbermünzen, Kronen sowie kleinere Nominale aus Kupfer oder Bronze. Während seiner Herrschaft wurden in Stockholm und teilweise für Norwegen prägte man Stücke herausgabemäßig als Teil der Personalunion mit dem Königreich Norwegen bis 1905 war dies noch im Spiel jedoch veränderte sich die Gestaltungspolitik nach der Auflösung des Staates, während bei Karls Prägungen oft traditionelle königliche Bildnisse zu sehen sind. Die Darstellung auf den Münzen dientte dazu, Souveränität trotz schwacher politischer Durchsetzungsfähigkeit gegenüber dem Parlament und innenpolitischen Reformen sichtbar zu machen. Nach seinem Tod erschienen selten postume Ausgaben mit ihm im Porträt, was die Sammlbarkeit historisch wertvoller Stücke zur Folge hat.
Sammler finden an diesen Numismaten nicht nur Wert auf Seltenheit oder Goldgehalt sondern auch einen pädagogischen Zugzug zu politischen Entscheidungen wie dem Skandinavismus oder den Beziehungen zum Deutschen Bund durch Dänemark-Konflikte. Die künstlerische Gestaltung der Münzporträts dieser Ära spiegelt oft konservativen Stil wider und verbindet staatliche Macht mit persönlichen Charaktermerkmalen, die im Historikerumfeld bekannt waren.