| Karl VI (1368-1422) | Link zur Wikipedia |
In den turbulenten Tagen am Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit stand eine tragische Gestalt im Zentrum europäischer Politik: Karl. Dieser König von Frankreich, auch unter dem Beinamen der „Vielgeliebte" oder traurigerweise des Wahnsinnigen bekannt, regierte zwischen 1380 und seinem Tod um 1422.
Schon als elfjähriger Knabe wurde er zur Führungspersönlichkeit aufgerufen. Sein Vater hinterließ ihm ein Königreich, das zwar von Bertrand du Guesclin gerettet war, aber durch den Hundertjährigen Krieg geschwächt blieb. Die ersten Jahre seiner Herrschaft waren geprägt durch die Regentschaft seiner Onkel, der Herzöge Ludwig und Johann sowie Philipp von Burgund. Diese Regenten nutzten oft eigene Interessen ausstatteten ihre Politik im Sinne des Königs.
Konflikte wie das blutige Gefecht bei Roosebeke 1382 gegen Aufständische zeugen vom Druck, unter dem Frankreich stand. Später brach eine schwere Geisteskrankheit über den König herein, etwa in einem tragischen Akt während der Schlacht von Azincourt und des Bal des Ardents, die seine Handlungsfähigkeit lähmten.
Numerare Historiker sehen diese Zeit oft als Ende einer Ära. Doch für Münzsammler ist genau dieser Kontext essenziell. Das Königshaus Frankreich präge fortlaufend Geld, selbst wenn der Herrscher unklar oder geistig erkrankt war.
Silbermünzprägung: Die Silber-Deniers (Parisis) trugen oft nur einfache Inschriften. Sie zeigen nicht unbedingt das Bildnis des kranken Königs, sondern stehen für staatliche Autorität über die Region hinaus. Nach dem Vertrag von Troyes 1420 verband er sein Erbe mit England.
Sammelcharakter: Sammler schätzen diese Stücke nicht nur wegen der Seltenheit, sondern weil sie eine direkte Verbindung zur Zeit des Bürgerkrieges bieten. Die Qualität der Schnitte und Inschriften zeigt das Können mittelalterlicher Kunstschmiede in einer Epoche von kriegerischen Auseinandersetzungen.
Karl VI., dessen Geschichte uns aus den Quellen als ein König schwacher Gesundheit beschrieben wird, steht damit symbolhaft für die Zerbrechlichkeit staatlicher Macht. Wer seine Münzen betrachtet, berührt nicht nur Metall sondern das Schicksal des gesamten Westfrankreichs in einer Epoche tiefster Krisen.