| Karl III. von Spanien (1716 -1788) | Link zur Wikipedia |
Auf den ersten Blick wirken die Porträts dieses Mannes wie ein Studium der Aufklärung selbst. Als Sohn Philipp Vs und Elisabeth Farnese wuchs Karl III. in einer Zeit politischer Umbrüche auf, doch sein wahres Erbe liegt weniger im Kriegsglück als in seinen umfassenden Reformen.
Geschichtlich betrachtet markiert er eine Zäsur für das Königreich Spanien. Nach langen Jahren der Regentschaft seiner Brüder wurde ihm 1759 die Krone überreicht. Doch seine Karriere begann bereits früher, lange bevor das spanische Emblem dominierte als Herzog von Parma und später König Siziliens oder Neapels. Diese Verschiebung in den Machtzentren war nicht zufällig; er stand dem Einfluss seiner Mutter sehr nahe, welche ihre Ambitionen auf die Sicherung einer eigenen Dynastie für ihn anlegte.
In seinem Regierungsstil vereinte er traditionelle Herrschaftsformen mit modernen reformierenden Ideen. Die Beschränkung von Feudalprivilegien und der Bau des Schlosses Caserta zeigen sein Streben nach Modernisierung, das sich bereits auf die staatliche Ordnung übertrug. Ein zentrales Werk war den sogenannten karolinischen Kodex (Código Carolino), der Handelsbeschränkungen beseitigte und steuerpolitische Strukturen neu definierte.
Kunsthandwerk im Metall: Die Münzen
Münzliche Spuren dieser Herrschaft sind überaus bedeutsam. Bereits als Herzog in Italien entstanden Silberprägungen mit seinem Porträt, später folgte die massenhafte Prägung für das gesamte Spanische Reich und seine Kolonien in Amerika.
Kollektionen, die diese Münzen beinhalten, bieten einen einzigartigen Einblick in den Wandel Europas am Ende des 18. Jahrhunderts. Sammler schätzen nicht nur das edle Metall oder das kunstvolle Schneiden der Gravüren im Zeitstempel, sondern nutzen sie als Belege für wirtschaftspolitische Entscheidungen Karls III., die bis heute spürbar sind.