| Gordian I Africanus (159-238) | Link zur Wikipedia |
Gordian I., ein Mann aus dem antiken Kleinasien, steht exemplarisch für eine der dramatischsten Episoden im Übergang vom zweiten zum dritten Jahrhundert des römischen Reiches. Im Alter von achtzig Jahren wurde dieser damals hochrangige Statthalter gegen seinen Willen in Nordafrika zur höchsten Macht aufgerufen. Die Landbesitzerregion stand unter dem Druck entthronender Gesetze durch den Soldatenkaiser Maximinus Thrax und suchte im Senat Zuflucht vor der drohenden Enteignung.
In wenigen Wochen regierte er gemeinsam mit seinem Sohn Gordian II., bis dieser in militärischem Konflikt gegen loyalen Statthalter Capelianus fiel. Als Nachricht vom Tod des Sohnes eintraf, beging selbst der Greis den Selbstmord am selben Tag. Diese kurze, blutige Herrschaftsspanne war kurzlebig und endete im Januar 238 durch die Installation von Pupienus und Balbinus sowie dem jungen Gordian III., einem Enkel des verstorbenen Paares.
Die Münzen dieses Herrschers wurden überwiegend in den Münzstätten Nordafrikas, insbesondere Karthago und anderen Provinzzentren, geprägt. Diese Prägungen entstanden zu Lebzeiten des Kaisers im Zuge einer lokalen Aufstandsaktion zur Verteidigung römischer Verfassungsgewohnheiten gegen Militärdiktatur.
Für numismatische Expertinnen und Experten besitzt der Fund dieser Prägungen einen hohen historischen Stellenwert. Durch den extrem kurzen Herrschaftszustand existieren weniger Exemplare als bei langjährigen Regenten.
Jede dieser antiken Geldstücke ist ein Zeugnis dafür, dass selbst kurze Herrschaftszeiten in der Geschichte der Römischen Republik eine bleibende Spur hinterlassen können. Sie dienen heute nicht nur als Zahlungsmittel aus alter Zeit, sondern als materielle Überreste eines Konflikts zwischen Senatorischer Ordnung und Militärherrschaft.