| Ernst August (Braunschweig) (1887 - 1953) | Link zur Wikipedia |
Einst der junge Prinz, später Herzog von Braunschweig-Lüneburg und Angehöriger des alten Hanseatenhauses Hannover, repräsentiert Ernst August den letzten Versuch eines Welfen-Regenten im Deutschland vor dem Zusammenbruch. Seine Regierungszeit fiel in eine Zeit enormer politischer Umbrüche, die bis heute das Verständnis der historischen Monarchie prägen.
Kurz nach seinem Amtsantritt 1913 wurde Ernst August durch die Revolution am Ende des Ersten Weltkriegs abgesetzt. Zwar blieb er zunächst ein symbolischer Anwalt seiner Familie, doch der politische Fokus verschob sich vom Herrscheramt auf juristische Ansprüche – exemplarisch für das sogenannte Restitutionsverfahren von 1924.
Für den Kenner historischer Sammler ist es wichtig zu verstehen: Während Ernst August als souveräner Herzog offizielle Münzprägungen seines Landes herausgab, wandelte sich sein numismatischer Wert erst im Exil. Die meisten heute begehrten Objekte sind nicht das Geld des alten Braunschweigs aus dem Ersten Weltkrieg, sondern Gedenkmedaillen oder später geprägte Abfindungsstücke nach der Rückgabe seiner Domänen.
Sie dienten als diplomatisches Instrument während des Krieges und später zur Bewahrung von Erinnerungen. Nach 1933 verschafften sich Welfen-Angehörige im Reich militärrelevant, was die Ausgabe entsprechender Abzeichen oder Ehrenmedaillen in der Zeit des NS-Zustandes nachlief.
Von numismatischer Perspektive aus sind Münzen mit dem Bildnis Ernst Augusts eine Sackgasse, während Medaillensammlungen hier Gold finden. Die Bedeutung liegt im dokumentarischen Wert:
Für den Besucher eines historischen Museums oder einen Hobby-Sammler bieten diese Stücke mehr als nur metallische Substanz. Sie erzählen die Geschichte eines Hauses, das zwischen zwei Weltkriegen und in einer revolutionären Epoche seine Existenz begründen musste.