| Albrecht V. (Bayern)(1528 – 1579) | Link zur Wikipedia |
Bereits zu Lebzeiten war Albrecht V. nicht nur als Herrscher der Wälder des Südwestens bekannt, sondern auch als geistiger Patron der Renaissance in Süddeutschland.
Durch seine Regentschaft wurde das Herzogtum Bayern politisch konsolidiert. Er nutzte die Macht des Kaisers Maximilian II., um seinen Einfluss im Reich zu vergrößern. Die Religionspolitik wendete sich hartem Katholizismus zu, während gleichzeitig Kunst und Wissenschaft stark gefördert wurden.
Seine Leidenschaft für Sammlungen bildeten den Kern vieler späterer bayerischer Institutionen. Der Grundstock staatlicher Bibliotheken wurde von ihm persönlich gelegt. Auch Münzsammlungen entstanden in diesem Kontext als Teil der Hofhaltung, um Reichtum und Macht zu demonstrieren.
Porträts auf den Münzen wurden oft von Hofmalern entworfen. Der berühmte Kupferstecher und Künstler Hans Mielich wirkte an der Ausstattung des Bistums mitunter auch für die Münzen verantwortlich oder beeinflusste Stilrichtungen im Bereich der Medaillen, die direkt zu diesen Prägungen führten.
Numerische Seltenheit ist selten das Hauptkriterium. Vielmehr steht bei Sammlern die Verbindung dieser Geldstücke zur großen Zeit der Reformationsgeschichte und der Gegenreformation in Bayern im Vordergrund. Sie dokumentieren die Herrschaft eines Mannes, der München zu einer Stadt der Künste werden ließ.
Mit diesen Stücken verbindet sich nicht nur ein historischer Wert, sondern auch das Wissen über bayerische Verwaltungseinrichtungen jener Zeit. Wer heute nach Münzen aus dieser Epoche sucht, stößt auf Objekte, die den Umbruch von Glaube und Kunst in ihrer Region spiegeln.
Eine besondere Anziehungskraft übt der Bezug zur Kunstkammer des Herzogs aus. Albrecht sammelte antike Skulpturen und gründete eine Hofbibliothek, deren Gründungsjahre mit seiner Regierungszeit übereinstimmen.
Dieser Aspekt hebt die Sammlung über reine Geldstück-Interessen hinaus und verbindet Numismatiker mit der Geschichte des kulturellen Lebens im süddeutschen Raum.