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Senegal
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Erlauben Sie mir, den Blick über das heutige Staatsgebiet hinaus zu werfen, zurück zu einer Zeit, in der die Küste des westlichen Afrikas einen anderen Platz einnahm. Senegal steht an der extremsten Spitze Kontinentalafrikas und war seit jeher Schauplatz intensiven menschlichen Drängens. Lange vor dem modernen Staatssystem waren es Handelsrouten, Seefahrteinfälle von Portugiesen und später die Eroberung durch französische Kräfte, die das wirtschaftliche Fundament legten.
In der Antike diente dieser Raum als Verbindungsglied zwischen den großen Binnenreichen des Westafrikas und dem Mittelmeer. Die Geschichte dieses Landes ist untrennbar mit seinen Grenzen verwoben. Während sich im Norden Mauern aus Sand bildeten, zog es die Wirtschaftskräfte Richtung Süden hin zu den fruchtbaren Ebenen der Casamance. Dies geschah nicht nur durch das Wachstum von Städten wie Dakar oder Touba, sondern auch durch die Notwendigkeit eines sicheren Geldflusses.
Schon im 19. Jahrhundert begann Frankreich mit diplomatischen und militärischen Mitteln die lokalen Mächte zu unterwerfen. Mit der Annexion des Landes als Kolonie änderte sich nicht nur das politische Kartenbild, sondern auch die wirtschaftliche Ordnung grundlegend. Senegal wurde Teil einer neuen Währungszone, was eine vollständige Umstellung der lokalen Ökonomie erzwang.
Insgesamt hat Frankreich durch den Schutz seiner Interessen im westlichen Afrika seine Herrschaft auf einen festen Grundstein stellen können – und diesen Stein war Geld. Die Kolonialverwaltungen sorgten dafür, dass in dieser Region keine lokale Währung mehr dominierte, sondern ein Standardisiertes System eingeführt wurde.
Um zu verstehen, was heute auf der Tonne Sammler findet sich müssen wir uns die frühen Formen des Handels in den Händen erinnern. Bevor Metallmünzen florierten, dienten Salzsteine als Wertstandard im Binnenhandel Senegals.
Doch mit dem Einzug europäischer Mächte wandelten sich diese Praktiken radikal: Man begann nun Sklaven zu handeln und später Kolonialgüter wie Erdnüsse und Phosphate nach Europa auszuwählen. Die Währungseinheiten änderten sich dabei schnell von der Piastre über diverse Gold-und Silbermünzen bis hin zur Einführung des Francs.
Besonders interessant ist die Phase um 1895, als Senegal offiziell französisches Territorium wurde. In dieser Zeit wurden lokale Steuern in Münzform erhoben oder eingeführt (die sogenannte "Impôt"). Dies zwang die lokalen Händler dazu, ihre alten Währungen abzugeben und gegen den offiziellen französischen Kolonialfrank zu wechseln.
Auch wenn Senegal lange keine eigenen Prägungswerke unterhielt – es nutzte oft französische Münzen mit dem Motiv des Republikadlers. Erst nach der Unabhängigkeit 1960 begann eine Entwicklung hin zu einer Währungseinheit, die den Namen CFA-Franc Westafrikanisch führte.
Vorstellbar ist es in diesem Lande keine großen Münzhäuser wie im Westen von Deutschland oder England. Dennoch gab es immer wieder Produktionen für lokale Bedürfnisse, die dann nach außen getragen wurden.
Die Hauptmünzen dieser Region stammen oft aus den Prägestätten der Französischen Republik selbst – vornehmlich in Paris und Lyon. Doch lokal hatte man eigene Verwaltungen mit eigenen Banknoten im Umlauf, welche später standardisiert wurden. Die Münzproduktion diente dazu, Ordnung zu schaffen.
In dieser Region prägten sich oft Metallmischungen an der Grenze zwischen Silber und Nickel. Auch Kupfer galt hier als wichtiges Material für die kleine Wirtschaftsklasse (Alltagsgeschäft). Man kann sehen wie man über die Jahre hinüber von den teuren Metallen zu billigen Materialien ging.
Bekannt sind besonders Probestücke, welche in Dakar lokal entstanden oder wenigstens im Namen des Gouverneurs aufgestempelt wurden. Diese Stempel waren oft handgeschriebene Signaturen der Behörden vor Ort.
Eine besondere Rarität ist das Übergangsstück zur französischen Herrschaft. In diesem Zeitraum tauchten Münzen mit dem Bild des republikanischen Adlers auf – einem Symbol für Freiheit, welches aber paradoxerweise im Kolonialkontext der Unterwerfung diente.
Für Sammler ist besonders interessant, dass diese frühen Kupfertaler oft mit lokalen Namen beschriftet wurden oder Bilder zeigten.
Der Tag der Befreiung von 1960 wurde mit einem neuen Franch als neues Staatsgebiet gefeiert. Diese ersten nach dem Krieg geprägten Münzen sind in vielerlei Hinsicht das teuerste Gut für Sammler dieser Gegend.
Münzprägung ist nie ohne kulturellen Kontext denkbar. In Senegal zeigt sich die Kultur im Design der Währung, welche oft Vogelarten aus den feuchten Gebieten der Casamance oder traditionelle Instrumente wie Akoustic-Geigen (die in Dakar populär waren) zeigten.
Auch wenn viele Münzen heute als Standard erscheinen – sie trugen zur Identität bei. Sie sind Symbole für die Vielfalt dieses Landes und zeigen, dass das Geld selbst eine Geschichte erzählt.
Sie befinden sich hier an einem Ort der Erinnerung und des Geschmacks. Die Währungssammlerei ist nicht nur ein finanzielles Geschäft – es handelt sich um die Bewahrung von Zeitzeugnissen.
Diese Sammlung bietet einen Einblick in eine Zeit der Aufklärung auf afrikanischem Boden – wenn auch durch europäische Augen geschaut. Wer heute hier handelt erwarbt nicht nur Metallstücke, sondern die Geschichte eines ganzen Volkes.