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Dritte Französische Republik (1870-1940)
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100 Franc Dritte Französische Republik (1870-1940)  Gold
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Dritte Französische Republik: Geschichte, Münzprägung und Sammlerstücke

Der Blick auf die Dritte Französische Republik ist wie das Betrachten eines goldenen Zeitalters in einer Zeit des Übergangs. Wer sich heute an den Schätzen dieser Ära orientiert, steht nicht nur vor einem Objekt aus Metall, sondern hält ein Fragment der französischen Wiedergeburt seit dem Deutsch-Französischen Krieg in der Hand. Die Jahre zwischen 1870 und 1940 waren geprägt von einer doppelten Dynamik: politisch ging es um den Kampf für die Republik gegen monarchische Ansprüche; wirtschaftlich und künstlerisch hingegen war eine Blütephase voller Innovationen zu spüren, die sich direkt auf das Geldwesen niederschlug. Für Sammler bietet dieser Zeitraum einen einzigartigen Schnittpunkt aus nationaler Genese nach einer schweren Niederlage und dem Aufbruch in die Moderne des 20. Jahrhunderts.

Historischer Hintergrund

Nach der Gefangennahme Kaiser Napoléons III. fiel Frankreich schwer unter den Schock von Sedan im Jahr 1871. Die kurzfristige Herrschaft Thiers folgte auf den Untergang der Hauptstadt und die Hoffnung, dass eine neue Ordnung aus dem Chaos wachsen könnte. Zwar wankten am Anfang Legitimisten und Orléanisten zwischen Thronstücken hin und her, doch bis zur festen Erringung des republikanischen Regimes in den 1870er-Jahren lag das Land auf Zehenspitzen der Veränderung innenpolitisch bereit. Die Wiederaufbauphase nach dem Krieg von 1914/1918 ist für Sammler besonders faszinierend zu betrachten, da die Nation ihre Ressourcen überstreckt hatte und sich wieder neu organisieren musste. Die Industrialisierung schritt zügig voran, was den Bedarf an einer stabilen Währung erhöhte. In dieser Zeit formte sich das nationale Selbstverständnis um ein starkes republikanes Bekenntnis ohne monarchische Bindungen zurück, welches auf der Münzprägung sichtbar wurde: keine Kronköpfe mehr, sondern Symbole des Staates und der Freiheit wie Marianne selbst.

Historischer Hintergrund

Zum besseren Verständnis ist anzumerken, dass die politische Entwicklung Frankreichs nach 1870 nicht isoliert betrachtet werden darf. Das Land war diplomatisch vom Deutschen Kaiserreich abgegrenzt worden, was den Drang förderte, innenpolitisch an Stärke zu gewannen – finanziell und militärisch. Die Rückkehr von Elsass-Lothringen zum Staatsgebiet nach dem Ersten Weltkrieg symbolisierte die endgültige Wiedergutmachung des Krieges vor 1870. Doch diese geopolitischen Umwälzungen hatten direkte Auswirkungen auf den Geldbeutel der Bevölkerung und das Vorrangsystem für Edelmetalle, da Frankreich sich an internationalen Märkten neu orientieren musste.

Geschichte von Währung und Münzprägung

Zwölf Jahre nach dem Zusammenbruch des zweiten Reichs stand die französische Regierung vor der Aufgabe, ein stabiles Geldsystem zu etablieren. Zuvor hatten Banknoten das Vertrauen in Gold oder Silber bedroht durch den Abfluss von Edelmetallen und Kriegskosten beeinträchtigt. Als Währung diente weiterhin Gold und Silber als Rückgrat für hochgestellte Zahlungsmittel wie die 5-Franken-Stücke.

Allerdings erforderte der Erste Weltkrieg eine radikale Änderung. Die Münzen wurden teils aus kostbareren Metallen umgeschmolzen, da Schiffe durch Kriegsnotwendigkeit beschlagnahmt wurden und Silber zu industriellen Zwecken benötigt wurde. Nach dem Krieg kam es zur Einführung neuer Banknoten, die für den normalen Menschen leichter zugänglich waren. Diese Zeit ist wichtig im Kontext der Sammlerei, denn während der Währungsinstabilitäten des frühen 20. Jahrhunderts verloren viele Münzen an Wert oder wurden verstaubt.

Jedes Stück aus dieser Epoche erzählt also nicht nur von einem Datum, sondern auch von den ökonomischen Nöten einer Nation, die sich gegen eine militärische Übermacht behaupten musste.

Münzstätten und Münzproduktion

Die Prägestätten in Paris waren das Herzstück des französischen Geldwesens. Hier wurden nicht nur Goldstücke geprägt; auch im Zentrum der Hauptstadt, aber zunehmend an anderen Standorten wie Lyon, erfolgte die Herstellung kleinerer Denomationen für den Alltag.

  • Pari: Die Hauptprägestätte diente dem Feinprägern höherwertiger Münzen sowie des staatlichen Bildes mit Symbolen der Republik.
  • Lyon und andere Orte: Hier wurden die Massenstücke für den einfachen Arbeiter gepräg, was oft zu sehr effizienteren Arbeitsabläufen führte.

Künstlerisch wandelte sich auch das Design. Während man früher noch Figuren in klassischem Stil zeigte, brachten Einflüsse des Art Nouveau ab 1900 neue Schwünge und Kurven nach Paris oder auf die kleinen Silbermünzen der Zeitperiode.

Bedeutende Münzen

Wer sich im Archiv einer Sammlung bewegt, wird oft mit den Jules Ferry-Stücken konfrontiert. Diese waren geprägt in großen Mengen ab 1890 bis zum Ersten Weltkrieg und gelten als typische Repräsentanten des republikanischen Frankreich.

Die Fünf-Franken-Münzen

Hier prägt sich deutlich der Stolz auf die neue Republik. Die Darstellung Marianne wurde sorgfältig gewählt, ohne dass religiöse Symbole im offiziellen Währungsrecht dominieren konnten – ein Zeichen des neuen Laizismus und der Trennung von Kirche und Staat.

Zehn-Centimes-Stücke

Eine weitere klassische Serie ist die aus Silber oder Kupfer-Nickel. Diese kleineren Münzen zeigen oft den Kopf einer Frau, repräsentativ für die Freiheit (Liberty), aber mit spezifischen Inschriften und Ornamentik.

Kulturelles Erbe

Jedes Stück der Republikanera ist ein Zeugnis eines komplexen historischen Prozesses: Die Kunst des 19. Jahrhunderts fand ihren Höhepunkt in der bildlichen Darstellung auf Münzen, wo man keine Monarchensymbole mehr sah, sondern Ideale wie Freiheit und Gerechtigkeit.

Symbiose von Wirtschaft und Kunst

In den letzten Jahrzehnten dieser Republik war die Geldbeschaffung eng mit dem staatlichen Finanzwesen verknüpft. Während der Kriegsjahre 1914 bis 1918 mussten die Menschen lernen, ohne Gold zu leben.

Für Sammler

Eine Sammlung aus dieser Ära ist ein Archiv vergangener Epochen im Kleinen. Wenn man heute an den Schätzen Frankreichs interessiert ist und nach diesen Stücken sucht, sollte nicht nur auf die Seltenheit der Stücke geachtet werden.

  • Hinweis für Sammler:

Durch Auktionen finden sich oft Münzen mit interessanten Patina-Schichten und Prägemarken, die auf die Produktionsstätte hinweisen. Eine sorgfältige Auswahl dieser Stücke zeigt nicht nur den historischen Fortschritt der Republik ab 1870 an, sondern auch wie eine Nation ihre Identität in Form von Metall behauptete.

Die Zeit der Dritten Französischen Republik ist durchsetzt von einem Gefühl von Stabilität und Hoffnung. Sammler schätzen diese Stücke, weil sie nicht nur Wert im Sinne eines Kaufpreises besitzen, sondern auch einen kulturellen Schatz bergen – wie ein Dokument aus Gold oder Silber für eine Ära voller Veränderung.

COMOROS 100 Francs 1977 - Nickel - F.A.O. - aUNC - 4495
Verkauft für: $6.0
COMOROS 100 Francs 1977 - Nickel - F.A.O. - aUNC - 4495
RWANDA 2 Francs 1970 - Aluminum - F.A.O. - aUNC - 4429
Verkauft für: $1.0
RWANDA 2 Francs 1970 - Aluminum - F.A.O. - aUNC - 4429
MALAGASY REPUBLIC 10 Francs 1972 - Aluminum/Bronze - F.A.O. - aUNC - 4464
Verkauft für: $1.0
MALAGASY REPUBLIC 10 Francs 1972 - Aluminum/Bronze - F.A.O. - aUNC - 4464
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