1677, Salzburg, Maximilian Gandolph von Kuenburg. Silbertaler-Münze.
Prägejahr: 1677 Prägeort: Salzburg Nennwert: Taler Referenz: Davenport 3508, KM-190. Herrscher (Erzbischof): Maximilian Gandolph Durchmesser: 42,6 mm Gewicht: 28,02 g Material: Silber
Vorderseite: Der heilige Rupert in bischöflicher Ornat, mit Bischofsstab und Salzfass in der Hand. Alles innerhalb eines Kranzrandes, darunter das Wappen von Salzburg. Legende: SANCT • RVDBERT VS • EPS : SALISB : 1677 Rückseite: Madonna mit Kind und Stab. Wappen des Grafen Paris von Lodron (Löwe), darüber der Hut des Erzbischofs über einem Kreuz darunter. Innere Legende: SIDIVM . CONF VG . - SVB . TVVM . PRAE Legende: MAX : GAND : D : G: - AR : EP : SAL : SE : AP : L .
Der heilige Rupert war von 696 bis zu seinem Tod im Jahr 718 der erste Abt von Salzburg. Er wird unterschiedlich als Franke oder Ire angesehen, erlangte aber während seiner Predigten in Worms den Ruf der Heiligkeit. Theodo, Herzog von Bayern, sandte Rupert eine Bitte, nach Bayern zu kommen, um ihn im Glauben zu unterweisen. Rupert nahm die Bitte an und taufte Theodo und sein gesamtes Gefolge in der Stadt Regensburg, wohin der Herzog in seiner Aufregung gereist war, um Rupert zu treffen.
In den folgenden Jahren verbreitete Rupert unter der Schirmherrschaft von Theodo und seinem Sohn Theodobert die Botschaft des Evangeliums in ganz Bayern und konnte ganze Regionen bekehren oder wiederbekehren. Rupert bat Theodo um das Recht, in den Ruinen der alten römischen Stadt Juvavia eine Kirche zu bauen. Theodo gewährte dies, und Rupert gründete die St. Peterskirche und das Stift sowie das Kloster Nonnburg, das älteste noch bestehende Kloster und Konvent im deutschsprachigen Raum. Um die Benediktinermönche und -nonnen herum, die Ruperts Ruf folgten, wuchs die Stadt Salzburg. Bis heute wird der 24. September in ganz Österreich mit einem Rupertstag, dem Ruperti Kirtag, gefeiert.
Maximilian Gandolph von Kuenburg wurde 1622 als Kind einer alten Adelsfamilie in Ganz in der Steiermark geboren und 1668 zum Erzbischof von Salzburg gewählt. Schon zu Beginn der Herrschaft von Erzbischof Max Gandolph dominierten andere Probleme. 1669 ertranken 62 Dürrnberger Bergarbeiter im Salz.
Am 16. Juli 1669 kamen bei einem Erdrutsch 200 Menschen ums Leben. Auch Gandolphs Herrschaft war nicht frei von Kriegssorgen: Frankreich besetzte 1670 Lothringen und erhob Gebietsansprüche, denen Gandolph mit einem Kontingent unter Major von Freysing begegnete. Wien wurde 1683 von einer türkischen Gefahr bedroht. Und schließlich waren gerade die berüchtigten „Black Jacket“-Hexenprozesse zu Ende gegangen, bei denen auf Gandolphs Geheiß 200 Menschen gefoltert und getötet worden waren.
Daher hatte Gandolph ab etwa 1683 mehr Zeit, sich dem Thema religiöser Dissens zu widmen, und Dissens mochte er nicht. Er war vor allem ein Verwalter mit einer Vorliebe für Vorschriften und Regeln. Unter seiner Herrschaft wurden in Hülle und Fülle neue Vorschriften erlassen, darunter unter anderem neue Polizeivorschriften, Brandschutzverordnungen, Sicherheitsverordnungen, Waffengesetze, Vorschriften zum Herumlungern, eine Almosenverordnung von 1678, die ein „Bettlergrundbuch“ enthielt, eine Sauberkeitsverordnung für die Straßen und Vorschriften zum Schutz vor Krankheiten von 1679. Eine Sauberkeitsverordnung für die Religion folgte als nächstes.